Wesel-Lackhausen

Balve-Mellen

 

Zeitungsartikel “Wo liegt die eigene Heimat” aus der Westfalenpost vom 16. Oktober 2010

Wo liegt die eigene Heimat

Meller Winnie Rüth sucht darauf eine Antwort


Von Stefan Scherer


Mellen/Lackhausen
Für Miroslav Klose ist die Sache einfach: Obwohl er im deutschen Nationaltrikot den Tor-Rekord vom Bomber der Nation, Gerd Müller, jagt, sagt er klipp und klar, dass er

sich schon jetzt auf das Länderspiel im September 2011 ,,in meiner Heimat Polen"

freut. Bei Winfried Rüth ist die Heimatfrage etwas anders gelagert.



Der Mittftünfziger ist in Mellen geboren, lebt aber seit 30 Jahren in Lackhausen, einem ebenso kleinen Dorf, das zur Stadt Wesel am Niederrhein gehört. Seit langer Zeit beschäftigt sich der Berufsschullehrer intensiv mit einer Frage: ,,Wo ist eigentlich meine Heimat?" Die Biografie von Winnie Rüth, wie ihn seine Freunde und Bekannten nennen, ist schnell skizziert: Als Sohn des ehemaligen Balver Realschuldirektors Alexander Rüth wächst er in Mellen auf. Später lernt er seine Frau, eine Herdringerin kennen und heiratet diese.

Der Arbeit wegen - Rüth hat am Niederrhein eine Stelle als Berufsschullehrer bekommen - zieht das Ehepaar nach Lackhausen, bekommt drei Kinder und baut sich dort sein Leben auf. ,,Ein ganz normaler Werdegang", wie er selbst sagt. Doch je heimischer Winfried Rüth in Lackhausen wird, desto mehr merkt er auch, wie sehr sein Herz an Mellen hängt. Oft kommt er noch heute ins Sauerland, um seine Eltern zu besuchen, die mittlerweile im Ortsteil Balve wohnen, lässt dabei aber nie den Besuch im Golddorf aus. Ihn drängt es, die Frage für sich selbst zu beantworten, wo seine Heimat ist. Dazu hat er sogar zwei Internetseiten eingerichtet, die miteinander verlinkt sind: www.balve-mellen.de und www.wesel-lackhausen.de. ,,Mittlerweile habe ich vielleicht für mich eine Antwort gefunden", schreibt er dort. Lackhausen sei für ihn der Mittelpunkt des Lebens, wo Familie, Kinder und Freunde leben, wo er sich wohl fühle, den Geruch der Umgebung genieße, die Arbeit den Großteil des Tages einnehme, wo er sich fallen lassen könne und immer wieder aufgefangen werde.

Mellen charakterisiert er hingegen so: ,,Trotzdem erinnert man sich immer wieder auch an Orte, an denen man sehr viel Zeit seines Lebens intensiv verbracht hat. Sei es als Kind, sei es in den Ferien oder zu anderen Gelegenheiten ,,Orte, an denen Eltern, Verwandte und Freunde aus diesen Lebensabschnitten wohnen."

Also ist die Lösung der Überlegungen, dass Winfried Rüth zwei Orte als Heimat ansieht?

,,Ich fühle mich in beiden Regionen wohl und genieße die Zeit, in der ich in einem der beiden Lebensräume bin", sagt der Geschichtslehrer. Auf seinen Internetseiten gibt es aber noch mehr zu erkunden. Unter anderem hat Rüth die beiden Dörfer mit der Videokamera erkundet. Die fertigen Filme mit Musik unterlegt und seine Gattin als Kommentatorin- ein gespannt. Daneben gibt es einige schöne

Fotos, unter anderem von Ausfahrten mit, seiner alten DKW RT 200 Baujahr 1956.

Zudem, gibt er Ausflugs und Wandertipps. „Erstaunt bin ich darüber, wie viele Leute meine beiden doch recht unbedeutenden  Seiten bisher besucht haben". sagt Winfried Rüth. ,,Aber vielleicht gibt es ja noch mehr Menschen, die sich solche Gedanken machen."

Und so schön diese Überlegungen auch sind, Nationalkicker Miroslav Klose gehört

aller Wahrscheinlichkeit nicht dazu.

 
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